Einsatz vom 02./03.06.2013

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Auf das erste Juni-Wochenende waren heftige Regenfälle prognostiziert und in der Folge auf dem Brändliberg flächendeckend wie folgt gemessen worden: Fr. 31. Mai 32mm Vom Freitag auf Samstag 1. Juni 97mm

Vom Samstag auf Sonntag 2. Juni insgesamt 185mm.Das Bachpikett der Feuerwehr hat die Arbeit bereits in der Nacht vom Freitag auf den 01. Juni aufgenommen und periodisch die Bäche, Geschiebesammler und Durchlässe auf Funktionsfähigkeit hin geprüft. Teile des Gemeindeführungsstabes haben ebenfalls vor Ort die Gefahrenlage einzuschätzen versucht. Auch wenn die Bäche bedrohlich anstiegen, blieb die Lage am Samstag mehr oder weniger ruhig, bis so viel Geschiebe durch Holzer- und Geilingenbach heran transportiert wurde, dass die Durchlässe der eingedolten Bachstrecken verstopften oder zu verstopfen drohten. Während rund um die ehemalige Joseph Egli AG mit Feuerwehr, Baggern und Saugwagen ein Verschluss des Gerinnes und damit Überschwermmungen verhindert werden konnten, musste die Liegenschaft Alpenrösli mit mehreren Dämmen vor dem überschiessenden Holzerbach geschützt werden.

Zahlreiche Hangrutschungen und Murgänge forderten den Einsatz des Gemeindeführungsstabes. Der Abgang von Bäumen, Felsbrocken, Steinen und Dreck entlang drei bestehender Runsen im Raum Brandegg verschüttete die Höfenstrasse auf einer Länge von ca. 250m, riss zum Teil die Absturzsicherung weg, bedrohte die Wasserversorgung Schwarzbergli und machte die Evakuation zweier Familien nötig.
Die Höfenstrasse musste ab der Verzweigung im Raum Geissishof während 3 Tagen gesperrt werden, was auch Auswirkungen auf den Schulbusverkehr hatte.

Besondere Beachtung fand die Tatsache, dass sich der Geschiebesammler Mietsack über Nacht bis zum Rand mit Wasser gefüllt hatte, das über die oberste Balkensperre Richtung Geschiebeablagerungsplatz Schliefeli rauschte. Mit einem speziellen Bagger musste schnellstens geprüft werden, ob sich der Sammler Mietsack mit Geschiebe hinterfüllt hatte oder nicht. Es zeigte sich glücklicherweise, dass das angetragene Schwemmholz die Balkensperre derart verstopft hatte, dass das Wasser auf die gesamte Höhe angestaut worden war. Da nicht sicher war, ob weitere Regenfälle und Rutschungen zu Überschwemmungen führen würden, bot der Gemeindeführungsstab einen 40-Tonnen-Bagger samt Tieflader auf, um bei Bedarf sofort eingreifen und weiteres schweres Räumungsmaterial heran führen zu können.

Das Wetter liess erst am Sonntag Nachmittag einen Rekognoszierungsflug in Begleitung eines Geologen zu. Der Rundumblick brachte weitere Rutschungen zu Tage, aber auch die „Beruhigung“, dass das Anrissgebiet „Hasenbode“ ruhig geblieben war. Der Blick aus der Luft wurde ergänzt mit einem Augenschein direkt im Gefahrengebiet „Brandegg“ zusammen mit dem Geologen. Vor Ort wurde der Revierförster aufgeboten, der innert kürzester Zeit diejenigen Bäume fällte, die aufgrund fehlenden oder rutschigen Untergrundes auf die Strasse zu stürzen drohten und die Räumung des verschütteten Strassenabschnittes mit schwerem Gerät verunmöglichten.

Wie immer bei starken Regenfällen und hohem Seewasserspiegel musste in einzelnen Liegenschaften entlang dem Hafenbecken und im Städtli eintretendes Grundwasser Richtung See gepumpt werden.

Innert weniger Tage ist die Höfenstrasse geräumt und die Absturzsicherung behelfsmässig instand gestellt worden. Das Ingenieurbüro Wickli+Brunner AG hat die Schadstellen an den Strassenteilen begutachtet und eine Oberflächensanierung empfohlen, damit durch die entstandenen Einschlaglöcher und Belagsrisse keine Folgeschäden auftreten können. Der Geologe wird den Hang nochmals begutachten und geeignete Massnahmen prüfen. Bis dahin ist die Strasse nur auf eigene Gefahr befahrbar.

 

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